PM 19.01.2013 - Porträt Pressemappe Infotag

Brüder-Grimm-Berufsakademie Hanau – ein Porträt im Kontext von Wirtschaft, Bildungsmarkt und Herausforderungen der Zukunft

1. BGBA: Positionierung in der Kreativwirtschaft
Mit ihren beiden ersten dualen Designstudiengängen „Designmanagement“ und „Produktgestaltung“ hat sich die BGBA im Feld der Kreativwirtschaft positioniert. Diese bundesweit dynamisch wachsende Querschnittsbranche nimmt es inzwischen mit ökonomischen Schwergewichten wie der Automobilindustrie und dem Maschinenbau auf. Auch in Hessen zeigt sie besondere Wirtschaftskraft. Knapp 25.000 Unternehmen erwirtschafteten in 2010 einen Umsatz von 14,7 Milliarden Euro, wie Zahlen des hessischen Wirtschaftsministeriums ergaben. Dabei kam allein das hessische Design auf einen Umsatz von 2,3 Milliarden Euro. Damit ist die Designbranche der drittstärkste Teilmarkt der hessischen Kreativwirtschaft – direkt hinter Werbewirtschaft und Software-/Games-Industrie (vgl. Grafik: 4. Hessischer Kultur- und Kreativwirtschaftsbericht, 2012: 12).

Beeindrucken diese Branchenzahlen bereits, so ist darüber hinaus zu bedenken, dass kreative Leistungen – allen voran Design – auch querschnittlich in andere Wirtschaftsbereiche hineinwirken. Kreative Ideen und Impulse wirken wie „Humus“ auf die Wirtschaft im Ganzen. Sie setzen innovative Prozesse in Gang. Eine Entwicklung, die sich irgendwann in Euro und Cent auszahlt. Folgerichtig wird Design in einem Forschungsbericht des Bundeswirtschaftsministeriums zur Kultur- und Kreativwirtschaft (bmwi 2009:100ff) als ein Wachstumsfaktor bezeichnet, der beispielhaft vormacht, wie aus Kreativität neue Produktivität entsteht.

Die Tendenzen und Zahlen der Kreativwirtschaft sind Beleg für das enorme ökonomische Potenzial des Designs. Sie zeigen aber auch, dass Erfolg im Design nur mit ökonomischem Know-how zu machen ist. Neue Studien- und Ausbildungsangebote im Design müssen daher über den rein fachwissenschaftlichen Horizont hinausdenken. Querschnittswissen über Märkte und Menschen, über Wirtschaft und Wertschöpfung ist daher wesentlicher Teil der dualen Studiengänge an der BGBA Hanau.
Umsatzzahlen der Teilmärkte der Kultur- und Kreativwirtschaft in Hessen 2010

2. BGBA-Studienkonzept: Marktentwicklung im Blick
Mit einem wissenschaftlichen Elfenbeinturm haben die Curricula der beiden BGBA-Studiengänge nichts zu tun, aber viel mit der Marktrealität – mit dem aktuellen Berufsbild, mit langfristigen Be-darfen der Unternehmen und mit der Dynamik der Kreativwirtschaft.

Methodische Auseinandersetzung mit Kreativität als Voraussetzung für innovative Impulse zieht sich als roter Faden durch die Designstudiengänge. Der Lernprozess in den sieben Semestern reicht von der prinzipiellen Orientierung im Design über die Auseinandersetzung mit Kreativitätsprozessen bis hin zur Arbeit in Innovationsprojekten. Dabei stehen nicht nur genuine Designthemen wie Gestaltung und Ästhetik oder Konzept und Entwurf im Vordergrund, sondern genauso breites Kontextwissen von Wirtschaft und Organisation, von Gesellschaft und Kultur.
Strukturierte Komplexität des Curriculums

Produktgestaltung und Designmanagement – beide dualen Bachelor-Studiengänge grenzen sich klar gegeneinander ab (vgl. folgende Grafik). Der Studiengang Produktgestaltung legt den Fokus auf Design als Teil der kulturellen Ökonomie und als kundennahe Dienstleistung. Kreativ-entwerferische Kompetenzen stehen im Vordergrund.

In den ersten Semestern werden die Grundlagen der Gestaltung vermittelt, z.B. in methodischen Designprozessen und Entwurfsstrategien. In den höheren Semestern werden gezielt aktuelle Themenfelder und zukunftsrelevante Tendenzen aufgegriffen, z.B. in Modulen wie Trendstudien, Advanced Design Concepts, Markendesign und im Innovationsmanagement. Gleichzeitig wird die produktgestalterische Kompetenz mit unternehmerischem Wissen verbunden. Lehrinhalte aus Businessplanung und Marketing bereiten auf eigene Marktaktivitäten vor. Mit dem Start-up-Projekt wird der Prozess einer Existenzgründung planerisch durchgespielt.
Positionierung der beiden Studiengänge

Der Studiengang Designmanagement dagegen betont Design als Wettbewerbsvorteil und Teil der Unternehmensstrategie. Hier steht weniger das gestalterische Tun als vielmehr das querschnittliche Planen in Ausrichtung auf Strategie und Unternehmen im Vordergrund. Konzeptionell-strategische Fähigkeiten werden ausgebildet.

Schon in den ersten Semestern geht es um Gestaltung in Verbindung mit unternehmerischer Anwendung, z.B. in den Lehrinhalten Corporate Identity und Wettbewerbsstrategien. In den höheren Semestern steht die Entwicklung von komplexer Problemlösungskompetenz im Vordergrund, z.B. mit der innovativen Methode des Design Thinking und mit der Erarbeitung von Trendstudien. Vertieft behandelt werden designstrategische Erfolgsfaktoren, z.B. im Modul Designstrategie, und bewährte Vorgehensweisen in Unternehmen, wie sie im Modul Best Practice gelehrt werden. Der Schwerpunkt des Studiengangs liegt auf querschnittlichen Kompetenzen in der unternehmerischen Breite des Designmanagements.

3. Duales Studieren: Praxiswissen macht (Hoch-)Schule
Duales Studieren erfreut sich wachsender Beliebtheit. Immer mehr Studienanfänger entscheiden sich für ein duales Studium. In Hessen erhöhte sich die Zahl dual Studierender allein von 2009 auf 2010 um über 25 Prozent. Rund 3000 Studierende sind in dualen Studiengängen Hessens eingeschrieben. Aus 80 Studiengängen kann das bevorzugte Angebot gewählt werden, so der Forschungsbericht „Duale Studiengänge in Deutschland“ (2011: 14f) zur Kampagne „Duales Studium Hessen“. Auch bundesweit steigt das Angebot rasant. So nahm von 2010 auf 2011 die Zahl der dualen Studienplätze um über 20 Prozent auf rund 60 000 zu. Studieninteressierte haben die Wahl aus mehr als 900 verschiedenen Studiengängen. Darauf verweist das Portal AusbildungPlus des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Bundesinstituts für Berufsbildung (www.ausbildungplus.de).

Genauso unterstützen immer mehr Unternehmen das duale Studienkonzept und arbeiten als Praxispartner mit den Bildungsanbietern zusammen. Allein im Vorjahr erhöhten sich die Angebote der Unternehmen um 47 Prozent, so die Datenbank AusbildungPlus. Sie bezeichnet das gestiegene Interesse der Wirtschaft an dualen Studiengängen als „eindrucksvoll“. Unternehmen sichern sich so langfristig akademisch ausgebildete Fachkräfte mit Praxiswissen, die sich schnell einarbeiten, das Geschäft und den Markt kennen. So überrascht es nicht, dass –wieder laut AusbildungPlus – die meisten dual Studierenden nach Abschluss des Studiums von ihren Ausbildungsunternehmen übernommen werden. Fast jedes befragte Unternehmen soll sich als „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“ mit den Ergebnissen des dualen Studiums gezeigt haben.

Die meisten dualen Studienangebote decken den Bereich Betriebswirtschaft und Technik/Ingenieurwissenschaften ab – auch das zeigen die Zahlen. Eine Kombination von handwerklicher Berufsausbildung und Studium ist rar. Das Angebot der Brüder-Grimm-Berufsakademie Hanau, eine kunsthandwerkliche Berufsausbildung mit einem Bachelor-Examen im Design zu verbinden, ist sogar einmalig. Umso aufmerksamer wird das Angebot der BGBA auf den spezifischen Märkten registriert. Die besonderen Vorteile dieser Studienform für Studierende und für Unternehmen liegen auf der Hand. In den nächsten Jahren wird die BGBA sie als konkreten Nutzen unter Beweis stellen – spätestens mit dem ersten Jahrgang der Absolventen.

4. BGBA-Studienangebot: Akademisierung in Traditionsberufen
Viele Berufsbilder sind heute gehalten, Alternativen zur traditionellen Ausbildung zu entwickeln. In Zeiten von Facharbeitermangel und demografischem Wandel führt an der Akademisierung kein Weg vorbei. Dies entspricht einem allgemeinen Trend in Europa. Duale Angebote sind dabei ein Scharnier zwischen Ausbildung und Studium. In dieser Verbindung ist das deutsche duale Modell einzigartig im Vergleich europäischer Angebote, wie der Forschungsbericht 2012 der Kampagne „Duales Studium Hessen“ (www.dualesstudium-hessen.de) ergab.

In diesen Hintergrund ordnet sich das BGBA-Angebot dualer Studiengänge ein. Es verbindet akademisches Lernen mit der klassischen Ausbildung in den Traditionsberufen Gold- und Silberschmieden, Metallbilden und Gravur. Es sind kunsthandwerkliche Berufe, denen immer häufiger der Nachwuchs ausgeht. Die Akademisierung des dualen Studiums wirkt dem entgegen. Sie wertet das Berufsbild auf, modernisiert Lehrinhalte und verschafft den Absolventen ein breites Kompetenzprofil. Die Traditionsberufe gewinnen so an neuer Attraktivität und sichern ihren Fachkräften – gerade im Kontext der dynamischen Kreativwirtschaft – verbesserte Berufschancen.

Dass ausgerechnet in Hanau ein solch profiliertes und innovatives Studienangebot entstanden ist, kommt nicht von ungefähr. Die Geschichte der Stadt hat eine enge Verbindung zu edelmetallgestalterischen Berufen. Hanau war im 17. Jahrhundert ein Zentrum der Goldschmiedekunst. Gefestigt wurde dieser Ruf durch die Gründung der Staatlichen Zeichenakademie 1772. Anders als der Name nahelegt, wurden hier seitdem Gold- und Silberschmiede ausgebildet. Auch heute – über 240 Jahre später – ist die Gestaltung mit Edelmetallen der Schwerpunkt der Zeichenakademie Hanau. Traditionsverbundenheit ist ein Merkmal, Offenheit für Neues aber ein weiteres Kennzeichen. So ist die Staatliche Zeichenakademie strategischer Kooperationspartner der BGBA. Hier verbindet sich der bewährte Ausbildungsstandard mit den erweiterten Chancen dualer Studiengänge. Wurde die Staatliche Zeichenakademie einst gegründet, um die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Goldschmiedekunst zu sichern, so ist das Ziel heute ein ähnliches. Hessens jüngste Berufsakademie, die BGBA, und die traditionsreiche Staatliche Zeichenakademie verbinden sich, um dem kreativen Nachwuchs eine berufliche Zukunft auf dynamischen Wettbewerbsmärkten zu sichern.

Die Studierenden der Brüder-Grimm-Berufsakademie verbinden akademisches Studium mit gestalterisch-handwerklicher Berufsausbildung (Bildnachweis: AEON, S. Erdmann, 2012)

Einblicke in die Zeichenakademie Hanau: Das aufwendig sanierte und erweiterte Gebäude ist auch Studienort der BGBA-Designstudiengänge (Bildnachweis: AEON, S. Erdmann, 2012)

Einblicke in die Zeichenakademie Hanau: Die Bibliothek umfasst neben aktueller Fachliteratur einen umfangreichen Bestand historischer Werke (Bildnachweis: AEON, S. Erdmann, 2012)


Kontakt:
Brüder-Grimm-Berufsakademie Hanau
Hessen-Homburg-Platz 7
63452 Hanau

Tel. 06181-295-8092
Mail bg-ba@hanau.de
Internet: www.bg-ba.de
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Bewerbungsschluss für WS 2018

Designmanagement und Produktgestaltung
15.02.2018

Innovationsmanagement
31.03.2018

Ihre BGBA-Ansprechpartner:

Simon Hohmann2

Prof. Nicole Simon
Akademieleiterin

Elke Hohmann
Geschäftsführerin

„Duale Studiengänge in Produktgestaltung, Designmanagement und Innovationsmanagement – das gibt es nur in Hanau. Hier haben Sie die Chance, doppelt zu punkten: mit Berufsausbildung und Bachelor-Examen. Wir beraten Sie gerne!“

Studierendensekretariat
Tel. 06181 – 6764640

Mail
studierendensekretariat@bg-ba.de

E-Mail

Termine Mappenberatungen (donnerstags):
25.01.18 um 15:00 Uhr
22.02.18 um 14:00 Uhr
29.03.18 um 14:00 Uhr

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